Scham: Ursprung des Gefühls und der Umgang damit

Shownotes

Wer sich schämt, fühlt sich blossgestellt, ertappt und irgendwie nicht mehr richtig zugehörig. Auslöser dafür gibt es vielerlei – manche sind situationsbedingt, manche sitzen tiefer. Die Emotion ist aus psychologischer Sicht äusserst vielseitig und komplex, was eine konstruktive Lösung nicht immer einfach macht. Doch mit den geeigneten Mitteln und Methoden lässt sich Scham nicht nur lösen, man kann ihr sogar Positives abgewinnen. Wie das geht, erfährst du in dieser Podcast-Folge – mit praktischen Tipps von Nadège B. Tebiro, diplomierte psychologische und psychotraumatologische Beraterin, sowie von Lorena Glisenti, Psychotherapeutin bei der Onlinepraxis santé24.

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00:00:00: Fabian, ich muss dir etwas erzählen.

00:00:02: Gästabend im Yoga?

00:00:04: Alle machen die kompliziert Balanceübung und ich kippe einfach um.

00:00:08: Und weisst du was?

00:00:09: Ich bin so knalleruht hier gelaufen!

00:00:12: Shampoo oder ...

00:00:13: Ja, ich kenne das.

00:00:14: Ich mache zwar keine Yoga, aber ich musste letztens in einem Büro eine Meeting halten.

00:00:19: Und ich habe das falsche Dokument teilt.

00:00:21: Alle!

00:00:21: Sie haben es gesehen.

00:00:23: Es war wirklich ein Dokument, das nicht alle müssten

00:00:26: sehen.

00:00:27: Weisst du, wie ich mich geschämt

00:00:29: habe?

00:00:29: Absolut,

00:00:30: absolut!

00:00:30: Ich kann mir gut vorstellen und darum frage ich mich dann auch, wieso entsteht die Scham eigentlich?

00:00:38: Und welche Themen sind besonders schambehaftet?

00:00:41: Und vor allem auch der Frage, was ich mir stellt, wie gehen wir genau damit um?

00:00:45: Über das reden wir jetzt in dieser Pukkas Folge.

00:00:54: Gesundheitstips für

00:00:56: dich

00:00:56: und deinen Alltag.

00:00:58: Ich bin Fabian, ich habe gelernt, Scham ist nicht nur etwas Peinliches sondern es kann uns auch wirklich psychisch blockieren.

00:01:05: Und ich bin die Olivia!

00:01:06: Für mich ist das Scham ein Thema wo man viel selten offen ansprechen tut.

00:01:11: Jetzt ist aber meine Frage Fabian – wie entsteht Scham?

00:01:14: Scham sind ja das Gefühl der signalisierte Achtung.

00:01:17: du hast gegen eine soziale Norm verstoßen so weisst wie einen Arteninneren Alarm.

00:01:23: Psychologinnen und Psychologen sagen ja, dass Scham oft entsteht, wenn man Angst hat.

00:01:29: Wenn wir irgendwo nicht dazugehören oder ein Gefühl haben, wir werden bewertet.

00:01:34: Wieso entsteht Scham?

00:01:36: Dazu haben wir Nadés Tebirro diplomierte psychologische Beraterin der Female Healthcare von den psychosozialen Spitex ein paar Fragen gestellt.

00:01:46: Also Scham ist wirklich ein komplexes Gefühl ... aus sozialen, kulturellen und individuellen Faktoren.

00:01:53: Und entsteht oft wenn wir unseren eigenen Erwartungen und moralischen Standards oder die Erwartung von anderen Menschen nicht gerecht werden.

00:02:05: dann entsteht das Schamgefühl und es entsteht durch die kritische Rückmeldung deiner Mitmenschen- oder gesellschaftlichen Normen.

00:02:14: und in der Psychologie wird Scham wirklich als soziale Emotion betrachtet.

00:02:19: Und was das Kritische daran ist, es entsteht oft schon im Kindesalter.

00:02:23: Weil Kindern schon beigebracht wird, was akzeptabel ist oder inakzeptabel.

00:02:29: Welche

00:02:29: Themen sind denn jetzt besonders schambelastet?

00:02:32: Ganz oben steht sicher Körper und Gesundheit.

00:02:35: Zum Beispiel psychische Probleme oder körperliche Beschwerden wie zum Beispiel Vertauungsbeschwerde.

00:02:41: ich meine... Über das redet doch nicht viel.

00:02:43: wirklich gerne, oder?

00:02:44: Nein.

00:02:45: Ja ... Ich auch nicht!

00:02:48: Oder Geld und Sexualität sind ja so Tabu-Themen, die Scham auslösen können.

00:02:54: Was

00:02:54: meint jetzt unsere Expertin dazu?

00:02:56: Wir haben noch mal bei Frau DeBiro noch gefragt.

00:03:00: In der heutigen Zeit sind kritische Themen, weil sie halt ... bestimmte gesellschaftlich Normen nicht anpassen oder nicht gerecht werden, oder sehr verletzlich sind.

00:03:12: Die sind halt sehr scham behaftet und erzählen verschiedene Bereiche dazu.

00:03:17: Und zwar alles zum Beispiel was mit Körper- und Gesundheit zu tun hat.

00:03:22: Zum Beispiel Übergewicht, Acne oder sichtbare Erkrankungen sind sehr scharmbehaftet.

00:03:28: dann natürlich Suchterkrankung, Alkoholismus.

00:03:31: Drogensucht ist sehr Scham behaftet psychische Erkrankungen aufgrund der Diagnose oder pflegebedürftige Menschen sind auch sehr schambehaftet.

00:03:41: Dann alles, was mit so sozialen und finanziellen Faktoren zu tun hat also Armut, Arbeitslosigkeit ist sehr scharm behaftet.

00:03:50: dann leider halt auch persönliche Erfahrungen die Menschen oder Betroffene selber als Fehler- oder Misserfolg interpretieren sind sehr scharmbahaftet.

00:04:02: Und natürlich alles, was zu Familien betrifft.

00:04:05: Also wirklich belastete Familiensituationen sind sehr scham behaftet.

00:04:10: Aber warum ist denn jetzt genau so wichtig?

00:04:12: Dass wir über solche Themen reden können.

00:04:15: Auch das haben wir noch mal genauer wissen

00:04:18: wollen.

00:04:18: Es ist so wichtig, über die Themen zu sprechen weil dieses Gefühl von Unzulänglichkeit mit mir stimmt etwas nicht.

00:04:26: ich bin falsch.

00:04:27: Das ist so intensiv, weil Scham – das darf man nicht vergessen.

00:04:31: Da geht es ja um eine innere Emotion dem inneren Konflikt einer Person die aber auf das gesamte Selbstbild betroffen ist.

00:04:42: Es geht nicht um eine spezifische Handlung und es ist deshalb so wichtig darüber zu sprechen, weil die Menschen Mühe haben und durch das Schamgefühl sich eher isolieren, verstecken Und das weiß jeder, nährt eher dann natürlich so hinderliche Denkprozesse wie mit mir ist etwas nicht richtig.

00:05:04: Ich fühle mich nicht gut beziehungsweise ich mache alles falsch und das wiederum führt natürlich zu negativen Emotionen.

00:05:11: diese negative Emotion führen natürlich wiederzu negative Handlungen wie dieses sich verstecken wollen sich isolieren wollen und wichtig ist darüber zu sprechen damit die Betroffenen mal eine positive Erfahrung machen dürfen, um Selbstakzeptanz zu erfahren.

00:05:28: Und zwar wirklich diese Selbst-Akzeptanz, dass wenn sie sich wirklich mal jemandem anvertrauen ... Hey!

00:05:34: Es ist in Ordnung wie ich

00:05:36: bin.".

00:05:36: Wie geht man mit Charme um?

00:05:38: Der erste Schritt ist also Charme kennen, wenn du merkst, dass du ein Thema für mich bist und dich dann fragst, hey, wieso vermeide ich das Thema so sehr?

00:05:51: Mit dem ihr vertrauten Mensch oder mit einer Fachperson.

00:05:55: Das nimmt auch ganz viel Druck aus, weil Scham diese verliert ihre Macht, wenn man sie teilt.

00:06:01: Offenheit ist dabei der Schlüssel.

00:06:03: Und

00:06:03: Selbstmanagement?

00:06:05: Also atmen, einschnaufen und sich bewusst sagen, ich bin nicht alleine!

00:06:10: Alle kennen die Scham, vielen geht es genau wie wir mit diesem Thema.

00:06:14: Lorena Lisenti, Psychologin und Psychotherapeutin von der Online-Praxis Sante Vierzwänzg hat uns zum Thema Scham und einem richtigen Umgang damit weitere Auskunft geben können.

00:06:25: Wichtig

00:06:26: ist, dass man versucht wohlwollend freundlich mit sich zu sein.

00:06:30: Genauso eine kritische innere oder strenge Stimme auch ganz typisch für Scham ist.

00:06:35: Und dass wir diesen Tiefelskreis durchbrechen können.

00:06:39: Dann hilft es auch ... sich an eine positive Situation erinnern und sich vielleicht überlegt, was wären so zwei bis zehn wohlwollende Sachen, die wir andere jetzt sagen würden, wenn ich in meinem Besten drin bin.

00:06:54: Aber

00:06:54: wie managt man sich selber mit dem Thema?

00:06:57: Wichtig ist einen gesunden Zugang zu Schamgefühl.

00:07:01: Das heißt, es ist ein Gefühl, das uns auch eigene Grenzen signalisiert und dass wir spüren, was ich für mich behalten will und was kann ich mit anderen teilen?

00:07:13: Und wenn Scham zu intensiv oder zu lang ist, ist sie nicht hilfreich.

00:07:19: Wenn man sie gar nicht empfindet, ist es auch nicht hilfrisch.

00:07:22: Also wenn man so schaumlos ist, weil dann tangiert man meistens ... Irgendwann Grenzen von anderen.

00:07:28: Das heißt, so ein Gesundheitsgefühl... von auch den Zugang können haben und merken, das ist mir jetzt unangenehm.

00:07:36: Das können aushalten.

00:07:38: Im Wissen geht es wieder.

00:07:39: Es ist ein Gefühl wie jedes andere auch so, dass man manchmal traurig wird und einmal berühlt, mal hässig wird.

00:07:45: So gibt's auch Situationen wo wir uns schämen, peinlich empfinden weil es signalisiert uns ja auch, dass wir irgendwo gerade gegen vermeintliche Regeln, Normen, die sozialen Miteinander... und dass man sich immer wieder auf seine Menschlichkeit berufen kann, von wissen hat es gehört auch zu Menschen dazu.

00:08:10: Und das ist eigentlich ein ganz hilfreiches Gefühl, weil es hilft uns auch, uns zu reflektieren zu schauen, wie will ich denn sein?

00:08:19: Will ich mich diesen Regeln anpassen oder nicht und möglichst innere freie Entscheidungen treffen

00:08:26: können.

00:08:26: Wie man sieht, Scham ist etwas ganz Normales weil sie zeigt uns dass es etwas wichtig ist.

00:08:32: Reden hilft!

00:08:33: Und wenn's eben schwerfällt dann helfen kleine Schritte unter Gespräch mit einer vertrauten Person oder einer Fachperson.

00:08:40: In der Show Notes findest du Tipps und Anlaufstellen rund zum Thema Scham.

00:08:44: und zusätzlich Wir haben dir noch einen Link zu dem Svigak Rundemagazin hinterlegt.

00:08:49: Hier haben wir uns an einer ganzen Ausgabe am Thema Scham

00:08:52: gewidmet.

00:08:53: Danke dir vielmals fürs Zulosen und denkt an, Scham ist menschlich!

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