Digital Minimalism für maximales Wohlbefinden
Shownotes
Unser Alltag spielt sich immer mehr online ab – Social Media und Smartphone-Zeit erreichen neue Rekorde, wie aktuelle Studien zeigen. Doch während wir immer tiefer ins Digitale abtauchen, wächst auch der Wunsch nach Auszeit: Digital Minimalism bedeutet, bewusster mit der Bildschirmzeit umzugehen. In dieser Episode erfährst du, wie du dir Offline-Momente schaffst – mit wertvollen Tipps von Céline Külling-Knecht von der ZHAW. Sie forscht als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich der Medienpsychologie.
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00:00:00: Dann können wir sich mal mit den Zahlen zum Online-Konsum beschäftigen.
00:00:03: Es wird schon ein bisschen schwindelig.
00:00:05: Eine Studie von der Uni Zürich zeigt, dass Schweizerinnen und Schweizer im Durchschnitt nicht fünf, sieben Stunden täglich online waren.
00:00:15: Das ist dreifach als noch im Jahr und elf.
00:00:17: Fünf, sieben Stunden?
00:00:19: Das ist heftig!
00:00:20: Ja krass, ich habe in diesem Fall nur eine wildere Zahl für dich.
00:00:24: Die Universität Maine hat berechnet, dass die gesamte Menschheit zwölf Milliarden Stunden auf Social Media verbringt.
00:00:33: Und zwar täglich.
00:00:34: Das sind fast ... Achtung, ich hab dir feste ... ... ein Komma vier Millionen Jahre.
00:00:40: Jede ... Tag.
00:00:42: Jetzt ist es bestimmt richtig schwindelig!
00:00:46: Ja, das ist man definitiv.
00:00:48: Aber gegen all diese verlorene Zeit gibt's zum Glück eine Gegebewegung und das heisst Digital Minimalism.
00:01:02: Ich bin Fabian.
00:01:03: Ich versuche nicht jeden neuen Digitaltrend auszuprobieren obwohl ich das eigentlich super spannend finde.
00:01:11: Ich bin Olivia.
00:01:12: Mein Digital-Detailsmoment am Tag ist der, wenn ich im Abend das Handy in der Küche liegen lasse.
00:01:18: Wenn es dort bleibt, schlafe
00:01:19: ich besser.
00:01:20: Digital Minimalism – Olivia!
00:01:23: Was bedeutet den Begriff für dich?
00:01:25: Auf mich heisst er eigentlich, dass sich Technologien so nutzen, dass sie immer einen konkreten Nutzen von mir
00:01:32: haben.
00:01:33: Also ... Für mich geht es ja nicht darum komplett offline zu leben, sondern gezielt angeboten zu brauchen.
00:01:40: Ich
00:01:41: bin voll bei dir.
00:01:43: Es geht nämlich auch darum, Klarheit innen zu bringen.
00:01:46: D.h.,
00:01:47: welche Apps brauche ich wirklich?
00:01:49: Was stresst mir?
00:01:51: Wo verliere Zeit ohne dass es mir etwas bringt?
00:01:54: Ich glaube,
00:01:55: dass viele erst beim bewussten Reduzieren merken, wie oft sie eigentlich digitale Tools aus der Gewohnheit gebrauchen und wie viel Energie das an einem entzieht.
00:02:05: Ob es jetzt eine klare Definition von diesem Begriff Digital Minimalism gibt?
00:02:10: Das haben wir von Céline Kühling-Knechtwüsse wollen.
00:02:13: Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften und forscht im Bereich der Medienpsychologie unter anderem zur Medienutzung für Kinder und Jugendlichen.
00:02:24: Leider gibt es nicht wirklich so eine einheitliche, allgemeingültige Definition.
00:02:28: Das ist mehr ein Schlagwort oder ein Trendwort.
00:02:32: Aber man könnte das schon verorten.
00:02:34: als Teil des grösseren Bewegungs von Digital Detox und zum Verzicht auf die Medien, wo aber ganz spezifisch ... Ich sage mal mit den zwei Bedingungen, dass man es einerseits freiwillig macht, also dass einem das nicht irgendwie aufzwungen wird weil man keine Verbindung hat,
00:02:51: z.B.,
00:02:52: und dass es mit einer gewissen Absichtbewusstheit passiert, häufig mit dem Fokus oder das Wohlbefinden steigern oder positiv beeinflussen möchte.
00:03:01: Was ich verblüffend und irgendwie auch beängstigend finde, Fabian ist ... Wenn ich weniger digitale Reize habe, schlafe ich wirklich merklich besser.
00:03:10: Und auch mein Kopf ist dabei ruhig.
00:03:12: Voll!
00:03:12: Ich spüre das im Falle auch.
00:03:13: Zum Beispiel wenn ich eine Pause eingelecke.
00:03:16: Wenn ich dabei nicht ständig auf meinem Handy starre, dann merke ich, wie ich so oben runterkomme und diese kleinen Momente machen im Alltag schon einen Riesenunterschied.
00:03:26: Und ich merke es auch körperlich.
00:03:28: Ohne Bildschirm sind sie natürlich weniger und bewegen mich mehr oder bin auch beim Sport fokussiert.
00:03:34: Man hat plötzlich wieder ein bisschen mehr Raum.
00:03:36: Es
00:03:36: ist wie so ein Aufraum im Kopf, ein bisschen weniger digitaler Lärm und ich fühle mich immer gleich so mehr gerdet.
00:03:43: Was mit diesem wirklich passiert?
00:03:45: Wenn man den Bildschirm einfach mal nur zur Seite leidet, ist übrigens aus wissenschaftlicher Sicht sehr überraschend!
00:03:52: Zelin, Kühling und Knächt gibt uns einen Einblick.
00:03:55: Obwohl es ein gesellschaftliches Trendthema ist – und uns schon länger beschäftigt, dass man merkt, das macht etwas mit uns – und wir haben einen drangen Wunsch mehr offline zu sein, gibt es noch recht wenige Forschung dazu.
00:04:06: Und die Forschung, die es aber gibt, die sich das wirklich experimentell angeschaut hat, haben so Interventionen für die Sichtfasern der Auswirkungen sehr durchnischt.
00:04:16: Es gibt solche, die positive Zusammenhänge finden.
00:04:18: Dass es z.B.
00:04:20: depressive Symptome reduziert und Stress reduzieren kann, dass das Wohlbefinden fördert.
00:04:25: Es gibt aber auch umgekehrt Studien, die zusammenfinden, dass es eher Stress erhöhen kann, damit es auch ein Thema Ängstlichkeit und Nervosität erhöhen können.
00:04:33: Es sind viele Studie, die gar keinen Effekt finden.
00:04:36: Ich glaube, es ist etwas sehr individuelles, je nach Person unterschiedlich sein kann.
00:04:43: Ich glaube, gerade in Bezug auf so depressive Symptome.
00:04:46: Dort ist die Lage relativ eindeutig, dass es zu einer Reduktion führen kann.
00:04:50: Hm, das kann man pauschal beantworten mit diesen Effekten!
00:04:54: Aber hey, komm trotzdem, jetzt mach doch mal eine Nägel mit Köpfe.
00:04:58: Was sind deine drei besten Tipps für mehr Digital Minimalism im Alltag?
00:05:03: Ich habe drei Sachen ausprobiert, die bei mir super funktionieren.
00:05:07: Erstens... Ich habe alle PUSH-Mitteilungen radikal reduziert.
00:05:12: Es popt nur noch das auf, was wirklich relevant ist.
00:05:16: Zweitens kann ich meinen Homescreen aufgeräumt werden.
00:05:19: Je leerer, desto weniger Versuchung.
00:05:21: Das sind jetzt wirklich nur noch die allerwichtigsten Appstrots.
00:05:25: Ah so bin ich weiter zum Beispiel!
00:05:27: Bennewita zum Beispiel, genau.
00:05:29: Die gehört zu den allerrichtigen Stabs.
00:05:31: Und Britons «Mis Handy» hat die Haie ein Parkplatz bekommen.
00:05:34: Dort leitest du, wenn ich am Vierabend nach Hause komme und es bleibt auch dort bis zum nächsten Morgen.
00:05:40: Ah cool!
00:05:41: Dann kann ich das eine oder das andere auch in meinem Alltag anwenden.
00:05:45: Meine drei Favoriten sind folgende... Ich habe im Kalender fixe, digital freie Stunde.
00:05:51: Hier bin ich ganz bewusst ohne Bildschirm also weder am Handy noch Desktop noch Tablet oder sonst was auch immer.
00:05:58: Dann nutze die sozialen Medien konsequent nur über den Browser statt über die App weil so gehe ich automatisch weniger darauf Und ich habe mein Handy auf schwarz-weiss umgestellt.
00:06:09: Was hast
00:06:10: du?
00:06:10: Ja, Schwarz-Weiß!
00:06:11: Es klingt komisch, aber das macht es viel weniger reizvoll zum Handy als die farbigen Bildschirme.
00:06:18: Das ist ein spannendes schwarzes Weiss, das kann ich noch nie von gehört werden.
00:06:21: Du siehst, es gibt ganz viele Ansätze, Digital Minimalism in dem Alltag umzusetzen.
00:06:26: Unsere Expertin hat dazu auch noch ein paar weitere bewährte Tipps.
00:06:32: Ein guter Anfangspunkt ist, sich selber zu beobachten.
00:06:36: Ich habe das Gefühl, wie ein Automatismus verfolgt, wenn man auf der Bus wartet.
00:06:41: Dann ist es automatisiert, den Griff zum Handy um sich abzulenken und wie sich die Beobachtung beobachtet, in welchen Situationen passiert das eigentlich?
00:06:48: Dass ich so ganz automatisiere, einfach aufs Handy zugreifen.
00:06:52: Ist es für mich jetzt wirklich gerade eine Bedürfnis oder ... Automatisch.
00:06:57: Und mal was man ausprobieren kann, ist als Bildschirm schoner, als Hintergrundbild irgendwie ein Foto dazu, das zum Beispiel einfach nur drauf steht, warum oder etwas, das für einen persönlich passt.
00:07:08: Brauchst du jetzt das?
00:07:09: Oder irgendetwas, das einem in kleinen Gedanken unterstützt gibt?
00:07:12: Warum greif ich eigentlich genau auf mein Handy zurück?
00:07:15: Also so ein bisschen sich selbst reflektieren und bewusst machen tut mir etwas gut.
00:07:20: Brauche ich das wirklich oder passiert es automatisch?
00:07:23: Was ich auch noch entspannende Ansätze finde, es gibt so spezifische Apps, die einem dabei unterstützen.
00:07:28: Auch ein kleines Innenhalten zu kommen.
00:07:31: Ein ganz spezifikes App heisst OneSec.
00:07:34: Man kann einrichten für gewisse Website oder eben auch für gewissen Apps.
00:07:38: Häufig werden soziale Netzwerke wie Instagram dort definiert und wenn man diese App öffnet dann geht es erst wie ein Pop-up auf wo man einfach einmal einatmet und wieder ausatmet.
00:07:49: Dann muss man sich aktiv entscheiden, ob ich zu dieser App will oder nicht.
00:07:54: Man kann einen Selbstexperiment durchführen und sagen, ich mache jetzt ein Tag komplett Digital-Maximalismus.
00:08:04: Ich versuche, wie möglich mich am Stand mit Medien zu beschallen.
00:08:07: Und dann beobachte ich auch, wo ich merke, was ist mir zu viel, was tut mir eigentlich nicht gut?
00:08:12: Was habe ich aber geschätzt?
00:08:14: Um so etwas herauszufinden, welche Sachen würde ich vielleicht ausklammern?
00:08:19: Das wäre einfach nur eine Möglichkeit.
00:08:21: Und sonst wirklich sich Räume schaffen, Inselen arbeiten, Sex während des Essen oder vor dem Schlafen gehen.
00:08:26: Digital Minimalism kann helfen mehr Ruhe am Fokus und Wohlbefinden in den Alltag zu bringen ohne radikaler Offline zu gehen.
00:08:34: Fang'n'ch lia!
00:08:34: Löscht Apps wo du wenig brauchst.
00:08:37: schalt die ein oder anderen Mitteilungen aus, die dich ablenkt.
00:08:40: Oder einfach mal eine digitale Freistunde pro Tag.
00:08:43: Jetzt, was du sagst ... Ich habe hier einen App entdeckt.
00:08:47: Aber die wird im Verletzeradekalt gelöscht!
00:08:50: Ja
00:08:50: sicher, furcht damit!
00:08:51: Außer natürlich es ist deine Streaming-App für Podcasts oder?
00:08:55: Die kannst du schon bleiben,
00:08:56: oder?
00:08:57: Ja natürlich, ich mache dir keine Sorgen.
00:08:58: Bin weiter, muss man schon los.
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